Teebaumöl ist erstaunlich. Seine Wirkung ist vielfältig, effektiv und wissenschaftlich belegt. Wir informieren über die Hintergründe und geben Tipps für die praktische Anwendung.

Anwendungsgebiete von Teebaumöl

Gegen Pickel

Gegen Pickel

Gegen Pilze

Gegen Pilze

Gegen Nagelpilz

Gegen Nagelpilz


Gegen Herpes

Gegen Herpes

Gegen Warzen

Gegen Warzen

Für die Haare

Für die Haare

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Teebaumöl wirkt vielfältig

TeebaumölAn vielen Stellen wird heute Teebaumöl für verschiedenste Erkrankungen empfohlen. Bekannte schwärmen, im Internet kursieren zahlreiche Tipps für Teebaumöl als Hausmittel und in Zeitschriften wird überwiegend positiv über die zahlreichen guten Eigenschaften des Teebaumöls berichtet. Da Teebaumöl eine nachgewiesen gute Wirkung gegen Bakterien und Pilze besitzt, ist die Euphorie in vielen Fällen begründet; dennoch darf man nicht vergessen, dass es sich bei diesem Öl um ein pflanzliches Mittel mit Wirkung und möglichen Nebenwirkungen handelt, die bei der Anwendung bedacht werden müssen. Richtig angewendet, kann Teebaumöl aber gute Hilfe in vielen Fällen leisten.

Ein Wundermittel?

Teebaumöl wird aus dem Australischen Teebaum gewonnen; der botanische Name dieses Baumes lautet Melaleuca alternifolia. Teebaumöl wird heute fast mit einem Wundermittel gleichgesetzt, da es gegen Bakterien und Pilze hilft und außerdem eine entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Teebaum

Der Australische Teebaum

Der bis zu sieben Meter hoch wachsende Teebaum ist in Australien in den sumpfigen Küstenregionen im Norden des Kontinents beheimatet. Das ätherische Öl, welchem verschiedene Eigenschaften zugeschrieben wird, befindet sich in den schmalen und ledrigen Blättern sowie in den Spitzen der Zweige. Mit Hilfe von Wasserdampfdestillation wird das Öl aus Blättern und Zweigspitzen extrahiert. In der Regel riecht Teebaumöl würzig, je nach Ernte und Verarbeitung kann sich auch ein Geruch ähnlich Muskat oder Campher ergeben. Nach „Australischem Standard“ dürfen neben Melaleuca alternifolia auch die Pflanzen Melaleuca linariifolia und Melaleuca dissitiflora zur Gewinnung von Teebaumöl genutzt werden. Das Teebaumöl nennt sich Melaleuca aetheroleum.

Die Entdeckung des Teebaumöls

Um den Namen des Australischen Teebaums ranken sich einige Geschichten. Wahrscheinlich ist es, dass die herab fallenden Blätter des Teebaums einem See eine dunkelbraune Färbung – wie Tee – verliehen haben. In anderen Mythen braute sich Kapitän Cook im 18. Jahrhundert aus den Blättern einen Tee; da dieser jedoch alles andere als lecker schmeckt, wird von dieser Theorie oft eher Abstand genommen. Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines, machten sich die heilenden Eigenschaften des Teebaumöls als erste zu Eigen. Sie zerrieben, mörserten oder verbrannten die Blätter und inhalierten die dabei austretenden ätherischen Öle. Die Blätter wurden außerdem zu Brei oder Tinkturen verarbeitet und dann in Form von Umschlägen sowie Aufgüssen auf zu behandelnde Hautstellen gelegt.

Ein natürliches Antibiotikum

Die sich in Australien ansiedelnden Europäer änderten die Anwendung der Teebaumblätter entsprechend ihren Bedürfnissen ab. Anfang des 20. Jahrhunderts fanden erste Studien zur Wirksamkeit von Teebaumöl in Bezug auf Bakterien, Pilze und Entzündungen statt. Die australische Armee nutzte das Öl im Zweiten Weltkrieg als entzündungshemmendes Mittel und stattete zahlreiche Soldaten damit aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen Antibiotika einen großen Stellenwert in der Medizin ein und verdrängten das natürliche Teebaumöl ins Abseits. Heutzutage ist Teebaumöl beliebter denn je, da sich bei vielen Menschen ein kritisches und ökologisches Bewusstsein eingestellt hat und zudem Resistenzen gegenüber Antibiotika immer wieder Schlagzeilen machen.

Inhaltsstoffe des Teebaumöls

Teebaumöl enthält vor allem Terpene, insbesondere das Terpinen-4-ol, dem zum Großteil die Heilwirkung zugeordnet wird; insgesamt sind etwa 100 Inhaltsstoffe vorhanden, von denen aber nur rund 60 Prozent klassifiziert wurden. Ist das Öl sehr hochwertig, sind von Terpinen-4-ol mindestens 40 Prozent enthalten; nach Australischem Standard werden 30 Prozent als Mindestgehalt angegeben. Es kommt in zahlreichen ätherischen Ölen vor, so zum Beispiel in denen von Kiefern, Eukalyptus oder Lavendel. Des Weiteren schreibt der Australische Standard vor, dass der Anteil an 1,8-Cineol nicht mehr als 15 Prozent betragen darf. In deutscher Fachliteratur wird jedoch ein maximaler Gehalt von drei bis vier Prozent angegeben, da 1,8-Cineol die Haut sonst zu stark reizen kann. Ein möglichst geringer Anteil ist daher als Qualitätskriterium eines guten Teebaumöls anzusehen.

Antibakterielle Wirkung von Teebaumöl

Ätherische Öle, die einen hohen Anteil an Terpenen haben, wie Teebaumöl, wirken besonders gut gegen Bakterien und Pilze. In Studien wurde In-vitro („im Reagenzglas“) nachgewiesen, dass bereits bei einer niedrigen Konzentration Teebaumöl das Wachstum von MRSA, Escherichia coli oder Streptococcus pyogenes hemmt. Unter MRSA versteht man Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus, welches gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent und daher nur schwer zu behandeln sind. Häufig löst es Infektionen der Haut oder von Muskeln aus. Escherichia coli ist Teil der natürlichen Darmflora; bei einem schwachen Immunsystem können die Bakterien überhand nehmen und sind dann meistens Ursache von Harnwegsinfekten. Streptococcus pyogenes löst bei Kindern häufig Scharlach, Mandelentzündung oder eine Eiterflechte aus.

Auch Bakterien, die an der Bildung von Akne beteiligt sind, reagierten auf Teebaumöl. Bei einer Studie wurde über einen Zeitraum von drei Monaten die Anwendung von fünfprozentiger Teebaumöl-Zubereitung mit der von fünfprozentiger Benzolperoxid-Lösung verglichen. In beiden Gruppen kam es zu einem deutlichen Rückgang der Akne, jedoch wirkte Benzolperoxid schneller und stärker. Da allerdings die Nebenwirkungen, wie eine trockene, brennende oder juckende Haut, Stechen oder Hautrötungen, bei der mit Teebaumöl behandelten Gruppe geringer waren, kann bei bis zu mittelschwerer Akne die Behandlung mit Teebaumöl ausprobiert werden.

Schöne Haut

Pilzerkrankungen der Haut

Erkrankungen der Haut und Schleimhaut werden in vielen Fällen durch Pilze hervorgerufen. Hefepilze verursachen Pilzerkrankungen im Mund oder an den Genitalien, Entzündungen an Haarfollikeln und seborrhoische Dermatitis. Auch Dermatophyten können Pilzerkrankungen der Haut hervorrufen. Verschiedene Studien zeigten, dass das Wachstum dieser Pilze in den meisten Fällen beinahe vollständig gestoppt wurde.

Bei einem Pilzbefall des großen Zehs (Nagelmykose) konnte bei einer Studie ebenfalls eine gute Wirkung des Teebaumöls nachgewiesen werden. Die Probanden behandelten ihren befallenen großen Zeh entweder mit Clotrimazol (1%), einem Mittel, welches gerne gegen Pilzinfektionen eingesetzt wird, oder mit reinem Teebaumöl. Nach sechs Monaten waren 18 Prozent der Teebaumöl-Patienten geheilt, 11 Prozent der Clotrimazol-Patienten. Nach weiteren drei Monaten wurde in beiden Gruppen eine nachhaltige Verbesserung der Situation festgestellt.

Teebaumöl und Viren

Immer wieder liest man, dass Teebaumöl auch gegen Viren helfen soll. In der traditionellen Volksheilkunde wird Teebaumöl zum Beispiel bei Herpes-Infektionen an den Lippen oder einer Gürtelrose angewendet, da hier zum einen die Infektion schneller verheilen, zum anderen der Juckreiz nachlassen soll. Als Hausmittel wird Teebaumöl auch gegen Herpes genitalis oder Feigwarzen eingesetzt. Da diese Erkrankungen leicht durch sexuelle Kontakte übertragen werden, ist es ratsam, in solchen Fällen mit herkömmlichen Medikamenten zu behandeln.

Teebaumöl richtig anwenden

Teebaumöl wird heutzutage bei zahlreichen Erkrankungen angepriesen – fast scheint es ein Allheilmittel zu sein. Allerdings sollte man bei der Anwendung von Produkten, die Teebaumöl enthalten, einiges beachten. Die Herkunft des Öls ist wichtig, dessen Zusammensetzung, die Dosierung bei der Anwendung und die zu behandelnden Krankheiten.

Hochwertiges Teebaumöl finden

Teebaumöl wird in den meisten Fällen als ätherisches Öl angeboten. Damit die Qualität und die damit einhergehende Heilwirkung gewährleistet ist, achtet man darauf, dass es sich bei dem verwendeten Teebaum um die Pflanze mit botanischem Namen Melaleuca aetheroleum handelt beziehungsweise das Öl als Melaleuca aetheroleum gekennzeichnet ist. Außerdem sollte es sich um ein reines, sprich 100-prozentiges Teebaumöl handeln, da weitere Zusätze die Wirkung beeinträchtigen beziehungsweise verfälschen könnten. Wer ganz sicher gehen möchte, nimmt Bio-Teebaumöl, da sich hier keine möglichen Schadstoffe durch chemische und möglicherweise schädliche Pestizide im Produkt befinden können.

Vor Licht und Luft schützen

Teebaumöl ist relativ empfindlich in Bezug auf die Aufbewahrung. Man sollte daher beim Kauf darauf achten, dass das Öl in einer Braunglasflasche verkauft wird, die sicher verschlossen ist. Kommt Teebaumöl über einen längeren Zeitraum mit Luft und Licht in Kontakt, kommt es zu Reaktionen mit Sauerstoff, wodurch die Qualität des Öls stark gemindert wird. Ist das Öl jedoch vor Licht und Luft geschützt, kann es über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren stabil bei annähernd gleicher Qualität bleiben. Eine gute Heilwirkung wird Produkten mit Teebaumöl zugesprochen, wenn das Öl mindestens 30 Prozent Terpinen-4-ol und höchstens vier Prozent 1,8-Cineol enthält.

Kosmetik mit Teebaumöl

Häufig kommt Teebaumöl in Kosmetikprodukten zum Einsatz. In verschiedenen Cremes, Anti-Schuppen-Schampoos, Mundwässern oder anderen Pflegemitteln ist das Öl zu finden. Solche Produkte können aber in der Regel nicht die selbe Wirkung erreichen wie reines Teebaumöl. Wenn man sich die Liste der Inhaltsstoffe von verschiedenen Teebaumöl-Kosmetikprodukten ansieht, fällt meistens auf, dass das Teebaumöl weit hinten zu finden ist. Da die Konzentration der Inhaltsstoffe von vorne nach hinten jedoch abnimmt, bedeutet dies, dass Teebaumöl oft nur in niedriger Konzentration vorhanden ist. Außerdem sollte man beachten, dass eine strapazierte oder kranke Haut auch auf die weiteren Inhaltsstoffe von solchen Kosmetikprodukten mit Irritationen reagieren kann. Wenn eine therapeutische Wirkung erhofft wird, sollte man daher in ein hochwertiges und reines Teebaumöl investieren.

Gelegentlich findet man auch Produkte mit Teebaumöl, die für die Fellpflege von Katzen empfohlen werden. Da Katzen aber ätherische Öle nicht ausreichend verwerten können, kann es passieren, dass sich das Öl in den Organen anreichert und zu Vergiftungserscheinungen führt.

Richtige Anwendung von reinem Teebaumöl

Teebaumöl sollte niemals pur auf gesunde Haut aufgetragen werden, da es sonst schnell zu Reizungen und Irritationen führen kann. Da es gerade bei kleinen zu behandelnden Stellen wie zum Beispiel Pickeln problematisch sein kann, ausschließlich erkrankte Haut zu beträufeln, wird das Teebaumöl in einem Trägeröl verdünnt, so dass es in seiner Konzentration zwar abnimmt, trotzdem aber noch genug Heilkraft enthält. In der Regel reicht es aus, wenn fünf bis zehn Prozent Teebaumöl zu einem Trägeröl, wie Mandelöl, gegeben werden. Damit Hautirritationen vermieden werden, ist es ratsam, mit einer möglichst niedrigen Konzentration zu beginnen und sich langsam in der Dosierung zu steigern.

Teebaumöl ist als Öl nicht in Wasser löslich. Es reicht daher nicht aus, zur Senkung der Konzentration Teebaumöl mit Wasser zu mischen, da das Öl und Wasser sich nicht miteinander verbinden.